Welcher Immobilienentwickler in Dubai ist der richtige? 12 Kriterien statt einer Top-10-Liste
Ein großer Markenname sagt wenig über Einstiegspreis, Service Charges oder Wiederverkaufswert. Zwölf Kriterien, die sich prüfen lassen — und die Frage, welcher Entwickler zu diesem konkreten Projekt passt.
Stand: August 2026
Wer in Dubai eine Off-Plan-Immobilie kaufen möchte, stößt früher oder später auf dieselbe Frage: Welcher Entwickler ist der beste? Die Antworten im Netz sind reichlich — „Top 10 Developer in Dubai”, „Die besten Bauträger 2026”, „Diese fünf Entwickler sollte jeder Investor kennen”.
Als erster Überblick können solche Listen helfen. Für eine Investmententscheidung sind sie zu grob. Denn ein großer Markenname bedeutet nicht automatisch den besten Einstiegspreis, die höchste Bauqualität, die geringsten Service Charges, die beste Wertsteigerung oder den stärksten Ausstieg. Umgekehrt kann ein weniger bekannter Entwickler bei einem bestimmten Projekt einen ausgezeichneten Investment Case bieten.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht „Wer ist der beste Entwickler in Dubai?”, sondern: Welcher Entwickler ist für dieses konkrete Investment der richtige — und wie lässt sich das objektiv prüfen?
Dieser Beitrag vertieft einen Punkt. Der Off-Plan-Leitfaden beschreibt den Kauf einer Immobilie im Bau als Ganzes — Treuhandkonto, Registrierung, Zahlungsplan, Übergabe. Der Abschnitt über den Entwickler ist dort bewusst kurz gehalten. Hier steht, was dahinter liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Dubai Land Department führt eine öffentliche Liste zugelassener Entwickler. Zulassung ist eine Mindestbedingung, kein Qualitätsurteil.
- Über die Project Status Enquiry lässt sich der Fertigstellungsgrad eines Projekts abfragen — mit Grundstücksnummer, Projektnummer oder Projektname.
- Für die Registrierung eines Off-Plan-Projekts verlangt das DLD eine 30-%-Absicherung: 30 % Baufortschritt, eine Bankgarantie über 30 % oder eine entsprechende Bareinlage (Dubai Land Department).
- Die künftigen Pipelines der großen Entwickler unterscheiden sich erheblich — Knight Frank weist für Anfang 2026 rund 55.000 Einheiten für Emaar und rund 49.000 für Damac aus.
- Größe bringt Erfahrung und Finanzkraft, aber auch eigenes künftiges Angebot, mit dem der Käufer beim Ausstieg konkurriert.
- Entscheidend sind Track Record, Bauqualität, Preis, Community, Zahlungsplan, Zweitmarkt und langfristige Nachfrage — nicht der Rang in einer Liste.
Den Überblick über alle Fragen vor einem Kauf, von Eigentum und Kosten bis zu Steuern und Nachlass, finden Sie unter Immobilien in Dubai und Abu Dhabi als Kapitalanlage.
Warum der Entwickler bei Off-Plan Teil des Risikos ist
Beim Kauf einer fertigen Immobilie lässt sich vieles unmittelbar prüfen: das Gebäude besichtigen, die Bauqualität beurteilen, bestehende Mieten analysieren, Service Charges nachlesen, Gemeinschaftsflächen ansehen, Zweitmarkt-Transaktionen vergleichen.
Bei Off-Plan kauft der Investor zu einem erheblichen Teil ein Versprechen über die Zukunft. Der Entwickler entscheidet über Bauqualität, Design, Materialauswahl, Projektabwicklung, Gemeinschaftsbereiche, Übergabe und teilweise über das spätere Community Management. Er ist damit selbst ein Bestandteil des Investmentrisikos — nicht nur der Verkäufer. Wer die Grundsatzfrage noch nicht beantwortet hat, findet sie in Off-Plan oder Bestand.
Ein bekannter Entwickler kann dabei echte Vorteile bieten: umfangreichen Track Record, größere Finanzkraft, etablierte Prozesse, Bekanntheit bei Käufern, eine größere Wiederverkaufsbasis. Daraus folgt trotzdem nicht „großer Entwickler = gutes Investment”. Denn ein Investor kauft kein Unternehmen. Er kauft eine konkrete Immobilie zu einem konkreten Preis. Auch ein hervorragender Entwickler kann ein Projekt zu teuer anbieten.
1. Ist der Entwickler offiziell zugelassen?
Das ist die grundlegendste Prüfung, und sie ist öffentlich möglich: Das Dubai Land Department stellt eine Abfrage der zugelassenen Immobilienentwickler bereit.
Zulassung bedeutet regulatorische Zulässigkeit. Sie bedeutet nicht Investmentqualität. Ein registrierter Entwickler kann durchschnittliche Projekte, hohe Preise, schwache Grundrisse oder ungünstige Bedingungen anbieten. Die Lizenzprüfung ist der erste Schritt, nicht die Analyse.
2. Wie groß ist der tatsächliche Track Record?
Die nächste Frage lautet nicht „Wie viele Projekte werden beworben?”, sondern: Was hat dieser Entwickler bereits fertiggestellt? Zwischen angekündigt und übergeben liegt ein erheblicher Unterschied.
Zu prüfen sind Anzahl und Alter abgeschlossener Projekte, ihre Größe, wie viele unterschiedliche Marktzyklen der Entwickler bereits durchlaufen hat — und ob er Erfahrung mit vergleichbaren Assetklassen besitzt. Wer zehn Apartmenttürme erfolgreich gebaut hat, besitzt damit nicht automatisch dieselbe Kompetenz bei großen Villa-Communities, Hotels, Branded Residences oder Mixed-Use-Projekten. Welche Assetklasse überhaupt zum eigenen Vorhaben passt, behandelt Apartment oder Townhouse.
3. Wie sehen ältere Projekte heute aus?
Das ist aus meiner Sicht der aussagekräftigste Test — und der am seltensten durchgeführte. Nicht der neue Showroom, nicht das Rendering, sondern: Wie sieht ein Projekt desselben Entwicklers fünf oder zehn Jahre nach Fertigstellung aus?
Zu prüfen sind Fassade, Lobby, Aufzüge, Flure, Pools, Gym, Landschaftsgestaltung, Tiefgarage, technische Anlagen und die allgemeine Sauberkeit. Ein Entwickler verkauft am Launch Day eine Zukunftsvision. Seine älteren Gebäude zeigen, wie diese Vision altert.
Ein hochwertiges Rendering kann jeder professionelle Entwickler erstellen lassen. Die eigentliche Herausforderung beginnt nach der Fertigstellung: ob Materialien langlebig sind, ob Gemeinschaftsbereiche vernünftig geplant wurden, ob das Gebäude effizient gewartet werden kann. Für einen Investor mit zehnjährigem Horizont ist genau das entscheidend, denn beim späteren Verkauf konkurriert seine Immobilie mit deutlich neueren Projekten. Ein schlecht alterndes Gebäude verliert dann schneller an Attraktivität.
4. Wie zuverlässig sind die Übergabetermine?
Bei Off-Plan wirkt jede Verzögerung direkt auf die Rendite: späterer Mietcashflow, längere Kapitalbindung, verschobener Ausstieg, verändertes Marktumfeld. Was das rechtlich bedeutet und wo die Grenzen liegen, steht in Verzug beim Off-Plan-Kauf.
Die Historie lässt sich teilweise objektiv prüfen. Die Project Status Enquiry des DLD gibt Auskunft über den Fertigstellungsgrad eines Projekts; die Open-Data-Datensätze enthalten unter anderem Projekt- und Entwicklerdaten als frei herunterladbare CSV-Dateien. Damit lässt sich ein Teil der Entwicklerhistorie nachrechnen statt erfragen.
Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigt ein Fallbeispiel: Ein Projekt in JVC, zwei Käufer, zwei Entscheidungen.
5. Wie hoch ist die Bauqualität wirklich?
Bauqualität wird meist subjektiv diskutiert — „Entwickler A ist gut, Entwickler B ist schlecht”. Eine belastbare Analyse wird konkreter und fragt nach Materialien (Bodenbeläge, Küchen, Sanitärprodukte), Schallschutz zwischen den Einheiten, Fassadenqualität, Haustechnik bei Klima, Wasser und Aufzügen, dem tatsächlichen Zustand der Gemeinschaftsflächen und der Flächeneffizienz der Grundrisse.
Diese Punkte sind keine Geschmacksfrage. Sie bestimmen langfristig Miete, Service Charges, Leerstand und Wiederverkaufswert. Wie die Prüfung bei der Übergabe konkret abläuft, beschreibt Übergabe und Snagging.
6. Wie entwickeln sich ältere Projekte im Zweitmarkt?
Das ist die beste verfügbare Messung echter Markenstärke. Die Frage lautet: Zahlen Käufer auch Jahre nach Fertigstellung noch einen Aufpreis für diesen Entwickler?
Wenn zwei Gebäude in ähnlicher Lage, ähnlichem Alter und ähnlicher Größe sich systematisch im Preis unterscheiden, kann das auf realen Markenwert hindeuten. Das ist deutlich aussagekräftiger als Sold-out-Meldungen am Launch Day, denn Zweitmarkt-Käufer entscheiden mit realen Alternativen und ohne die Verkaufsdynamik einer Eröffnung.
7. Wie hoch sind die Service Charges?
Ein schönes Gebäude kann ein schwaches Vermietungsobjekt sein, wenn die laufenden Kosten zu hoch liegen. Poollandschaften, große Lobbys, Concierge, Landscaping, Aufzüge, technische Systeme, Personal und umfangreiche Amenities kosten dauerhaft Geld — bezahlt von den Eigentümern.
Wie stark das wiegt, zeigt die Rechnung in Mietrendite in Dubai: Zwei Apartments mit identischer Bruttorendite können sich allein über die Service Charges um mehrere hunderttausend Dirham über zehn Jahre unterscheiden. Wie die Beträge zustande kommen und wie sie sich vorab prüfen lassen, steht in Service Charges.
Hier interessiert der Entwickler daran: Er legt mit Ausstattung, Technik und Zuschnitt der Gemeinschaftsflächen fest, welche laufenden Kosten das Gebäude dauerhaft produziert — und ob es sich effizient betreiben lässt. Deshalb gehören seine Bestandsobjekte angesehen, nicht sein Prospekt: Dort stehen reale Service Charges, die sich mit vergleichbaren Gebäuden anderer Entwickler vergleichen lassen. Ein Gebäude kann aus Eigennutzersicht hervorragend und für einen Renditeinvestor trotzdem unattraktiv sein.
8. Wie aggressiv bepreist der Entwickler neue Projekte?
Auch ein sehr guter Entwickler kann ein schlechtes Investment anbieten, wenn der Preis nicht stimmt. Zu vergleichen sind der Launch-Preis pro Square Foot, vergleichbare fertige Immobilien, konkurrierende Off-Plan-Projekte und die Preise älterer Projekte desselben Entwicklers. Die Kernfrage: Bezahle ich für Qualität — oder überwiegend für Marke und Zahlungsplan?
Ein Aufpreis ist nicht automatisch problematisch. Bei echter Waterfront-Lage, tatsächlicher Knappheit, außergewöhnlicher Architektur oder starker Marke kann er gerechtfertigt sein. Er muss aber nachvollziehbar bleiben.
Entwicklerpreise sind kein Marktwert. Ein verbreiteter Verkaufsmechanismus arbeitet mit Phasen: Phase 1 zu AED 2.000 pro Square Foot, Phase 2 zu 2.150, Phase 3 zu 2.300. Daraus wird dann abgeleitet, die Käufer aus Phase 1 hätten bereits 15 % verdient. Das ist nicht zwangsläufig richtig — der Entwickler hat lediglich den Angebotspreis neuer Einheiten erhöht. Echter Marktwert entsteht erst, wenn unabhängige Käufer bereit sind, bestehende Einheiten zu diesen Preisen zu übernehmen.
9. Wie groß ist die künftige Pipeline des Entwicklers?
Ein großer Entwickler bietet Sicherheit und Erfahrung. Gleichzeitig schafft eine große Pipeline zusätzlichen Wettbewerb — teilweise gegen die eigenen früheren Käufer. Knight Frank weist für Anfang 2026 folgende Pipeline-Größen aus:
| Entwickler | Einheiten in der Pipeline |
|---|---|
| Emaar Properties | 55.025 |
| Damac Properties | 49.019 |
| Azizi Developments | 40.778 |
| Binghatti Holding | 40.560 |
| Sobha Real Estate | 29.455 |
| Danube Properties | 14.931 |
| Al Wasl Properties | 12.376 |
| Samana Developers | 12.021 |
| Ellington Properties | 11.196 |
| Meraas Development | 8.717 |
Quelle: Knight Frank, Dubai Residential Market Review Q1 2026, Daten von Knight Frank und REIDIN.
Diese Zahlen sind weder gut noch schlecht. Sie zeigen aber, dass das Angebot des Entwicklers selbst in die Analyse gehört. Angenommen, Sie kaufen eine Einheit für AED 2,5 Millionen und möchten drei Jahre später verkaufen. Hat der Entwickler zu diesem Zeitpunkt neue Projekte mit neuerem Design, attraktiveren Zahlungsplänen und ähnlichen Preisen im Markt, konkurrieren Sie beim Ausstieg direkt mit ihm.
Die Frage lautet deshalb: Wie schafft der Entwickler langfristig Knappheit für bestehende Eigentümer? Bei hoher Launch-Frequenz wiegt sie schwerer als bei einem Boutique-Entwickler. Wie sich das künftige Angebot auf Community-Ebene auswirkt — dort entscheidet es sich —, behandelt Kommt der Crash?.
10. Wie gut ist der Zahlungsplan wirklich?
Zahlungspläne sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Marktes und können echten finanziellen Wert schaffen. Sie lassen sich aber auch nutzen, um einen hohen Kaufpreis leichter verkäuflich erscheinen zu lassen. Die Frage lautet deshalb nicht „Wie bequem ist die Zahlung?”, sondern: Wie viel Aufpreis zahle ich für diese Finanzierung?
Ein Beispiel: Entwickler A verlangt AED 2,5 Millionen bei 20 % während der Bauzeit und 80 % bei Übergabe. Entwickler B verlangt für ein vergleichbares Produkt AED 2,1 Millionen bei 60 % während der Bauzeit und 40 % bei Übergabe. Projekt A hat den komfortableren Kapitalplan — der Investor bezahlt dafür AED 400.000 mehr. Ob sich das lohnt, ist eine Rechnung, keine Empfindung. Die Mechanik dahinter steht in Der Zahlungsplan, die vertragliche Seite in Der Bauträgervertrag.
11. Wie stark ist die Marke bei Mietern und Eigennutzern?
Markenwert kann wirtschaftlich real sein — aber nur, wenn der Markt ihn anerkennt. Zu fragen ist, ob Mieter höhere Mieten zahlen, ob Zweitmarkt-Käufer höhere Preise akzeptieren, ob der Name international bekannt ist und ob ältere Projekte weiterhin nachgefragt werden. Eine starke Marke vergrößert den Käuferpool, besonders im Premium-, Luxury- und Branded-Residence-Segment.
Markenwert ist dabei nicht dasselbe wie Bekanntheit in sozialen Medien. Ein Entwickler kann auf Instagram sehr präsent sein, ohne dass daraus etwas über Langzeitqualität, Wiederverkaufswert, Service Charges oder Bauhistorie folgt. Umgekehrt kann ein etablierter Master Developer zurückhaltend werben und trotzdem einen sehr starken Zweitmarkt besitzen.
12. Was passiert nach der Übergabe?
Dieser Punkt wird am seltensten analysiert. Ein Entwickler wird üblicherweise danach beurteilt, ob er gebaut hat. Für einen langfristigen Investor ist mindestens ebenso wichtig, was danach geschieht: Community Management, Facility Management, Sauberkeit, Wartung, Eigentümerkommunikation, Entwicklung der Service Charges, Zustand der Gemeinschaftsbereiche.
Denn nach der Übergabe beginnt die wirtschaftlich längste Phase der Immobilie. Dann muss sie Mieter halten und Käufer überzeugen.
Master Developer oder Building Developer?
In Dubai lohnt zusätzlich die Unterscheidung zwischen zwei Rollen. Ein Master Developer verantwortet Straßen, Parks, Community-Planung, Infrastruktur und die Gesamtentwicklung eines Gebiets. Ein Building Developer errichtet möglicherweise nur ein einzelnes Gebäude innerhalb dieser Community.
Daraus folgt: Ein hervorragendes Gebäude in einer schwachen Master Community kann Probleme bekommen, und ein durchschnittliches Gebäude kann von einer außergewöhnlich starken Community profitieren. Angenommen, ein Boutique-Entwickler baut ein Gebäude mit sehr guten Materialien, sehr guten Grundrissen und attraktivem Preis — die Umgebung besitzt jedoch schlechte Verkehrsanbindung, kaum Einzelhandel, zahlreiche Baustellen und hohe künftige Supply. Dann reicht die Entwicklerqualität allein nicht. Welche Rolle Infrastruktur dabei spielt, behandelt Infrastruktur und Lage.
Groß oder Boutique — es gibt keinen automatischen Sieger
Ein großer Entwickler bietet meist Finanzstärke, Track Record, Markenbekanntheit, große Communities und Liquidität im Zweitmarkt. Dem stehen hohe Launch-Frequenz, teilweise deutliche Aufpreise und erhebliches eigenes künftiges Angebot gegenüber.
Ein Boutique-Entwickler bietet meist kleinere Supply, stärkere Designfokussierung, besondere Grundrisse und mehr Individualität. Dem stehen ein geringerer Track Record, ein kleinerer Käuferpool und eine größere Abhängigkeit von einzelnen Projekten gegenüber.
Entscheidend bleibt der konkrete Fall. Ein Beispiel: Entwickler A ist insgesamt stärker und verlangt AED 3.000 pro Square Foot. Entwickler B verlangt bei ähnlicher Lage, Qualität und Mietnachfrage AED 2.200. Dann kann B aus Investmentsicht deutlich attraktiver sein. Die Entwicklerqualität ist ein Faktor der Bewertung — nicht die Bewertung selbst.
Die drei Ebenen einer Entwickler-Prüfung
Ich trenne die Analyse in drei Ebenen, weil ein starkes Ergebnis auf einer Ebene ein schwaches auf einer anderen nicht ausgleicht.
Ebene 1 — Entwickler: Track Record, Finanzkraft, Bauqualität, Verzögerungshistorie, Marke. Ebene 2 — Projekt: Standort, Preis, künftige Supply, Übergabetermin, Amenities, Zahlungsplan. Ebene 3 — Einheit: Grundriss, Etage, Aussicht, Ausrichtung, Preis, direkte Konkurrenz im selben Gebäude.
Ein guter Entwickler rettet keinen schlechten Grundriss. Beim späteren Verkauf sieht der Endnutzer Schlafzimmergröße, Küche, Balkon, Aussicht, Licht und Stauraum — nicht das Logo. Und er rettet keinen schwachen Standort: Ein außergewöhnliches Gebäude in einer Umgebung mit hoher Supply, schlechter Infrastruktur und geringer Mietnachfrage bleibt diesem Umfeld ausgesetzt.
Welche Kriterien wie schwer wiegen
| Kriterium | Gewichtung |
|---|---|
| Regulatorische Zulassung | Pflichtkriterium |
| Track Record | hoch |
| Zuverlässigkeit der Übergaben | hoch |
| Langfristige Bauqualität | hoch |
| Zweitmarkt-Performance | hoch |
| Preisniveau | hoch |
| Künftige Supply des Entwicklers | hoch |
| Service Charges | mittel bis hoch |
| Zahlungsplan | mittel |
| Markenstärke | mittel |
| Facility und Community Management | mittel |
| Kompetenz in der Assetklasse | mittel |
Eine hohe Gesamtbewertung bedeutet nicht „kaufen”. Sie bedeutet, dass der Entwickler bestimmte Risiken reduziert. Über den Preis entscheidet sie nicht.
Der Entwickler sollte kein Glaubensbekenntnis sein
Manche Investoren entwickeln eine starke Loyalität zu einer Marke: „Ich kaufe nur Entwickler X.” Das ist riskant, weil neue Projekte dann nicht mehr unvoreingenommen bewertet werden. Jeder Launch gehört erneut geprüft — Preis, Lage, Supply, Zahlungsplan, Einheit, Ausstieg.
Ein guter Entwickler verdient einen Qualitätsbonus. Keine unbegrenzte Preisprämie. Verlangt Entwickler A AED 3.000 pro Square Foot und Entwickler B AED 2.400, sind das 25 % Unterschied, die A über die Haltedauer erst einmal erwirtschaften muss. Erzielen beide später ähnliche Mieten, ähnliche Wertentwicklung und ähnliche Service Charges, war das teurere Projekt das schlechtere Investment. Qualität zählt. Der bezahlte Preis zählt mindestens ebenso.
Für größere Portfolios: Entwickler streuen
Wer mehrere Immobilien in Dubai besitzt, muss nicht alles bei einem Entwickler kaufen. Ein Portfolio kann unterschiedliche Entwickler, Communities, Assetklassen und Übergabejahre kombinieren. Wer fünf Einheiten beim selben Entwickler in derselben Community hält, besitzt fünf Einheiten — aber nicht fünf voneinander unabhängige Risiken.
Die zwölf Fragen vor dem Kauf
- Ist der Entwickler beim DLD zugelassen?
- Welche Projekte hat er tatsächlich fertiggestellt — nicht angekündigt?
- Wie sehen diese Projekte heute aus?
- Wie zuverlässig waren die bisherigen Übergaben?
- Wie ist die reale Bauqualität, jenseits des Showrooms?
- Wie entwickeln sich ältere Projekte im Zweitmarkt?
- Wie hoch sind die Service Charges in seinen Bestandsobjekten?
- Wie attraktiv ist der aktuelle Einstiegspreis im Vergleich?
- Wie groß ist seine künftige eigene Supply?
- Welchen finanziellen Wert hat der Zahlungsplan tatsächlich?
- Zahlen Mieter und Käufer real einen Aufpreis für die Marke?
- Wie werden die Projekte nach der Übergabe verwaltet?
Bleiben mehrere dieser Fragen offen, ist die Prüfung nicht abgeschlossen.
Fazit: Der beste Entwickler ist nicht automatisch das beste Investment
Die Entwicklerauswahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei einem Off-Plan-Investment. Ein starker Entwickler kann Risiken senken: zuverlässiger bauen, höhere Qualität liefern, bessere Communities schaffen, mehr Nachfrage im Zweitmarkt erzeugen.
Aber auch der beste Entwickler setzt ein Grundprinzip nicht außer Kraft: Ein gutes Asset wird zu einem schlechten Investment, wenn der Preis zu hoch ist. Genau deshalb halte ich Top-10-Listen für zu einfach. Die entscheidende Frage lautet nicht „Wer ist Nummer eins?”, sondern: Welcher Entwickler bietet bei diesem konkreten Projekt zu diesem konkreten Preis das beste Verhältnis aus Risiko und Ertrag?
Ein etablierter Großentwickler kann die richtige Wahl sein. Ein hochwertiger Boutique-Entwickler ebenso. Entscheidend sind Track Record, Bauqualität, Preis, Supply, Community, Zahlungsplan, Zweitmarkt — und schließlich die konkrete Einheit. Wer so vorgeht, kauft keine Marke. Er kauft ein Investment.
Zwei Projekte konkret vergleichen
Wenn zwei oder drei Projekte in der engeren Auswahl stehen, vergleiche ich nicht die Bekanntheit der Entwickler, sondern Track Record, DLD-Projektstatus, den Zustand bestehender Projekte, die Übergabehistorie, den Kaufpreis pro Square Foot, Service Charges, den Zahlungsplan, die künftige Supply, die Zweitmarkt-Entwicklung, die Mietnachfrage, die Qualität der konkreten Einheit und die Ausstiegsszenarien.
Die Entscheidung sollte nicht davon abhängen, welcher Entwickler den bekannteren Namen trägt — sondern davon, welches Investment für Ihr Kapital die bessere Kombination aus Preis, Qualität, Risiko und langfristigem Ertrag bietet.
Dieser Beitrag dient allgemeinen Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Rechenbeispiele sind erfunden und veranschaulichen nur die Mechanik. Projekt-, Entwickler- und Marktdaten ändern sich und gehören vor einer konkreten Investition erneut geprüft. Die verlinkten Quellen geben den Stand August 2026 wieder.
Weiter prüfen
Wenn Sie das auf ein konkretes Vorhaben anwenden wollen, ordne ich es gern ein, oder Sie gehen die zwölf Punkte vor einem Kauf selbst durch.